Wunsch oder Bedürfnis? Warum dein Zuhause dich wirklich glücklich macht und wie du den Unterschied erkennst

Du stehst im Möbelgeschäft. Vor dir: ein traumhaft schicker Couchtisch aus Massivholz. Perfekt, denkst du. Genau das fehlt noch in meinem Wohnzimmer. Dein Herz klopft ein bisschen schneller. Du siehst dich schon, wie du deine Gäste damit beeindruckst, wie erwachsen und stilvoll alles wirkt. Doch dann – ein kleiner Zweifel: „Brauche ich das wirklich?“ Willkommen im Dilemma zwischen Wunsch und Bedürfnis. Wir alle kennen das: Wir sehnen uns nach Dingen, die schön aussehen, die im Trend liegen, die andere auch haben. Doch wenn sie dann bei uns stehen, fühlen sie sich manchmal… leer an. Als ob etwas fehlt. Das liegt daran, dass wir oft Wünschen nachjagen, statt unsere wahren Bedürfnisse zu erfüllen. In diesem Artikel gehe ich der Frage nach: Was ist der Unterschied zwischen einem Wunsch und einem Bedürfnis? (Und warum das für dein Zuhause alles verändert.) Wie erkennst du, was du wirklich brauchst? Was passiert, wenn wir unsere Wohn-Bedürfnisse ignorieren? Wie kannst du deine Räume so gestalten, dass sie dich tief nähren? Warum wir Wünsche mit Bedürfnissen verwechseln Stell dir vor, du bist ein Kind. Deine Eltern fragen dich: „Was wünschst du dir zu Weihnachten?“ Du überlegst kurz und sagst: „Das neue Spielzeug, das alle in der Schule haben!“ Das ist ein Wunsch. Er kommt von außen: von Freunden, von Werbung, von dem, was gerade „in“ ist. Doch was, wenn deine Eltern stattdessen fragen würden: „Was brauchst du, um dich sicher zu fühlen? Was gibt dir Geborgenheit? Wann fühlst du dich wirklich glücklich?“ Das wären Bedürfnisse. Sie kommen von innen aus deinen tiefsten Sehnsüchten, deinen Erfahrungen, deinen echten Gefühlen. Das Problem: Wir werden nicht darauf trainiert, Bedürfnisse zu erkennen Von klein auf lernen wir, Wünsche zu äußern: Doch selten fragt jemand: Das Ergebnis? Wir richten unsere Wohnungen nach Trends, nach Status, nach dem ein, was andere schön finden, wenig danach, was uns guttut. Wünsche vs. Bedürfnisse: Der entscheidende Unterschied Wünsche Bedürfnisse Äußere Einflüsse (Trends, Social Media, Freunde, Familie) Innere Impulse (Gefühle, Erinnerungen, tiefe Sehnsüchte) Veränderlich (Heute Hipster-Möbel, morgen Skandi-Stil) Stabil (Das Bedürfnis nach Geborgenheit bleibt – nur die Form ändert sich) Können ersetzt werden (Wenn ich die Lampe nicht bekomme, will ich stattdessen die Vase.) Können nicht einfach ersetzt werden (Wenn ich Sicherheit brauche, hilft kein noch so teures Möbelstück.) Oft mit „Ich will…“ verbunden („Ich will eine offene Küche!“) Oft mit „Ich brauche…“ verbunden („Ich brauche einen Ort, an dem ich ungestört sein kann.“) Führen zu kurzfristiger Freude (Der neue Sessel ist toll – bis der nächste Trend kommt.) Führen zu langfristiger Zufriedenheit (Ein Raum, der mich versteht, macht mich jeden Tag glücklicher.) Das Fatale: Wenn wir nur unsere Wünsche erfüllen, fühlt sich unser Zuhause irgendwann an wie ein Möbelhaus-Katalog – hübsch, aber leer. Wie du Wünsche von Bedürfnissen unterscheidest – die „Warum“-Methode Stell dir vor, du streitest mit deinem Partner über die Einrichtung. Du möchtest unbedingt einen Kamin, er findet das unpraktisch und teuer. Wie löst ihr den Konflikt? Nicht, indem ihr über den Kamin diskutiert, sondern indem ihr herausfindet: Was steckt wirklich dahinter? Schritt 1: Frage dich: „Warum will ich das?“ (Und dann nochmal. Und nochmal.) Beispiel Kamin: Bingo. Jetzt weißt du: Es geht nicht um den Kamin. Es geht um Geborgenheit. Schritt 2: Übersetze den Wunsch in ein Bedürfnis Wunsch Bedürfnis dahinter Alternative Lösungen (falls der Wunsch nicht erfüllbar ist) „Ich will einen Kamin.“ Geborgenheit, Wärme, Erinnerung an schöne Momente – Ein elektrischer Kamin (günstiger, einfacher) – Eine Lichterkette mit warmem Licht + eine weiche Decke – Ein Foto von der Oma mit Kerzen daneben „Ich möchte eine offene Küche.“ Gemeinschaft, Verbindung zur Familie – Ein großer Esstisch in der Küche – Eine Theke, die Küche und Wohnzimmer verbindet – Gemeinsame Kochabende (auch ohne Umbau) „Ich brauche ein größeres Haus.“ Freiheit, Platz für Hobbys, Rückzug – Umgestalten (z. B. Dachboden ausbauen) – Multifunktionale Möbel (z. B. Klapptisch für Hobbyraum) – Ein Gartenhaus als Rückzugsort „Ich will diese teure Design-Lampe.“ Ästhetik, das Gefühl von „etwas Besonderem“ – Eine selbstgebastelte Lampe mit persönlichem Touch – Ein Flohmarkt-Fundstück mit Charakter – Lichterketten oder Kerzen für gemütliche Stimmung Was passiert, wenn wir unsere Wohn-Bedürfnisse ignorieren? Stell dir vor, du lebst in einer Wohnung, die perfekt aussieht aber sich falsch anfühlt. Was macht das mit dir? 1. Du fühlst dich unruhig ohne zu wissen, warum Dein Unterbewusstsein schreit: „Hier stimmt etwas nicht!“, aber du kannst es nicht greifen. Du fühlst dich gereizt, unzufrieden, getrieben und suchst die Ursache außerhalb (Job, Beziehung, Stress). Dabei liegt sie oft in deinen vier Wänden. 2. Du flüchst aus deinem Zuhause Doch solange du deine wahren Bedürfnisse nicht kennst, wird kein noch so teures Sofa das Problem lösen. 3. Du projizierst deine Unzufriedenheit auf andere Die Wahrheit: Dein Zuhause ist kein neutraler Ort. Es ist ein Spiegel deiner innersten Bedürfnisse oder ein Verstärker deiner Unzufriedenheit. Wie du deine wahren Wohn-Bedürfnisse entdeckst Jetzt kommt der praktische Teil. Wie findest du heraus, was du wirklich brauchst? Methode 1: Die „Gefühls-Checkliste“ Gehe durch jeden Raum deiner Wohnung und frage dich: Wie fühle ich mich hier? Was fehlt mir in diesem Raum? Wann habe ich mich hier zum letzten Mal richtig wohlgefühlt? Methode 2: Die „Kindheits-Erinnerung“ Unsere tiefsten Wohn-Bedürfnisse stammen oft aus der Kindheit. Frag dich: Diese Erinnerungen sind Schlüssel zu deinen heutigen Bedürfnissen. Beispiel: Wenn du dich als Kind unter der Bettdecke versteckt hast, um zu lesen, brauchst du heute vielleicht: Methode 3: Der „Wenn-geld-keine-Rolle-spielen-würde“-Test Stell dir vor, du hättest unendlich viel Geld und könntest dein Zuhause genau so gestalten, wie du möchtest. Was würdest du ändern? Jetzt die wichtige Frage: Wie kannst du diese Bedürfnisse auch mit begrenztem Budget erfüllen? Wie du deine Bedürfnisse wirklich erfüllst – ohne Kompromisse Jetzt weißt du, was du brauchst. Aber wie setzt du es um? Schritt 1: Priorisiere deine Bedürfnisse Nicht alles lässt sich sofort umsetzen. Überlege: Schritt 2: Finde kleine Lösungen mit großer Wirkung Du musst nicht gleich alles umkrempeln. Oft reichen Mini-Änderungen, die deine Bedürfnisse stillen: Bedürfnis Große Lösung (teuer/aufwendig) Kleine Lösung (schnell & günstig) Geborgenheit Ein Kamin einbauen Eine Lichterkette + weiche Decke + Foto der … Weiterlesen

Wann ist Zuviel zu viel?

Wann ist Zuviel zu viel

Es gibt viele Beiträge und Artikel zum Thema Unordnung und wie negativ diese sich auf unsere Psyche auswirkt. Doch was für einen Unordnung ist, ist für den anderen der gesunde kreative Chaos, der ihn vorantreibt und auf neue Ideen bringt. Oft wird Unordnung dem Besitzen von vielen Sachen gleichgesetzt. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Ich kenne einige Menschen, die in meinen Augen recht unordentlich sind, die jedoch relativ wenig Sachen besitzen. Darüber hinaus hat meine Beobachtung gezeigt, dass Unordnung ein sehr individuelles Thema ist und sich schwer pauschalisieren lässt. Wenn dich also jemand für Unordentlich hält, heißt es nicht, dass du es auch bist. Behindern dich all die Sachen von denen du umgeben bist nicht, dann ist es das richtige Maß für dich durchs Leben zu gehen. Wenn dieses Zuviel jedoch – dich belastet– dich daran hindert Dinge die dir wichtig sind, zu erledigen– du dadurch innerlich nicht zur Ruhe kommst– du deine Zeit und Energie aufs Suchen verschwendest– ihr als Paar einer dauerhaften Streitbelastung ausgesetzt seid,dann lohnt es sich hinzusehen und nach Lösungen zu suchen. Die nachfolgenden Zeilen können dich dabei unterstützen, herauszufinden woher es bei dir kommt. Woher kann die Unordnung resultieren? Die Unordnung kann verschiedene Ursachen in unserem Leben haben.Sind wir eventuell damit aufgewachsen? Dann haben wir es nicht gelernt Ordnung zu schaffen und finden sich damit von klein auf ab. Wir sind bemüht, doch irgendwie schaffen wir es nicht nachhaltig Ordnung in unserem Leben zu etablieren. Das kann daran liegen, dass uns die erprobten Mittel und Wege und die positiven Erfahrungen daraus fehlen und wir das tiefe Zufriedenheitsgefühl heraus nicht kennen, was uns antreiben würde. Zeitmangel oder Hektik sind ebenfalls ein nicht seltener Grund für Chaos um uns herum. Irgendwann mal hat sich so ein Stau gebildet, dass wir es nur noch vor sich herschieben und die wenige Zeit, die wir übrig haben für andere Dinge aufwenden. Auch Gewohnheiten und Prokrastination führen dazu, dass wir die Unordnung und ihre negative Auswirkung auf uns einfach nur hinnehmen. Mögliche Quellen der Unordnung – Herkunft– Fehlendes Wissen und Erfahrung darüber wie man Ordnung schafft– Zeitmangel und Hektik– Platzmangel– Gewohnheiten– Anhäufung von Sachen Was ist es bei dir? Kennst du deine Unordnungsquellen? Die Bedeutung von Ordnung für die Psyche Ordnung spielt eine wichtige Rolle für unsere Psyche und unser Wohlbefinden. Wenn wir uns in einer aufgeräumten Umgebung befinden, fühlen wir uns oft ruhiger, konzentrierter und entspannter. Ein ordentlicher Raum kann positive Auswirkungen auf unsere Stimmung und Produktivität haben. Wenn unser Umfeld chaotisch ist, kann dies unsere Gedanken und Emotionen beeinflussen. Das ständige Suchen und Finden von Dingen in einer unordentlichen Umgebung können uns frustrieren und unsere Energie verschwenden. Ein aufgeräumter Raum hingegen kann uns ein Gefühl von Kontrolle und Zufriedenheit vermitteln. Es gibt uns die Möglichkeit, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren und uns besser zu organisieren. Wenn wir wissen, wo sich unsere Dinge befinden und wie wir sie finden können, fühlen wir uns weniger gestresst und sind besser in der Lage, uns auf unsere Aufgaben zu konzentrieren. Studien haben gezeigt, dass Unordnung eine direkte Verbindung zu erhöhtem Stress und Angstzuständen hat. Wenn wir in einer unordentlichen Umgebung leben, werden unsere Sinne ständig von visuellen Reizen überflutet, was es schwer macht, sich zu konzentrieren und zur Ruhe zu kommen. Das ständige Suchen nach verlorenen Gegenständen oder das Gefühl, dass die Unordnung uns erdrückt, kann zu einem chronischen Stresszustand führen. Für viele Menschen ist das Aufräumen und Organisieren ihrer Umgebung eine bewusste Achtsamkeitsübung. Es kann helfen, den Geist zu beruhigen, sich auf den Moment zu konzentrieren und Ängste und Sorgen loszulassen. Indem wir uns auf das Aufräumen konzentrieren, können wir auch unsere Gedanken klären. Die Auswirkungen von Unordnung auf unsere Psyche – Stress und Überlastung– Angst und Unwohlsein– Eingeschränkte Konzentration und Fokussierung– Gefühl von Überforderung– Schlafstörungen– Negative Stimmung und Unzufriedenheit Die Vorteile von Ordnung für unsere Psyche – Gefühl von Kontrolle und Zufriedenheit– Bessere Konzentration und Kreativität– Einfachere Organisation und Planung– Verbesserte Produktivität und Effizienz– Entspannung und mentale Ruhe– Positive Stimmung und Wohlbefinden Unordnung löst psychologische Prozesse in uns aus. Diese zu erkennen und zu beobachten macht Spaß und kann einem viel über sich selbst verraten und auch helfen durchs experimentieren zu einer richtig guten Lösung für sich zu kommen. Wie viel Ordnung dir gut tut, ist eine individuelle Sache. Meine Ordnung muss nicht deiner Ordnung entsprechen, deine Ordnungsroutine darf eine ganz andere sein als meine! Hast du dich in einem der Punkte erkannt? Dann beobachte dich die nächsten Tage im Umgang mit Sachen in deiner Wohnung oder siehe einfach nur genau hin, wie du was im Alltag machst und ob es dich zufrieden stellt. Es ist ein gutes Experiment und kann für tolle Erkenntnisse sorgen. Das Bewusstwerden ist der erste Schritt in die richtige Richtung! Hier noch ein weiterer Artikel zu diesem Thema, welches andere Aspekte beleuchtet: https://www.spektrum.de/news/aufraeumen-warum-menschen-unterschiedlich-viel-ordnung-brauchen/2119167 Wohne achtsam Deine Swetlana

Wie wichtig ist Repräsentation für dich?

Wie wichtig ist Repräsentation für dich?

Als du deine Wohnung eingerichtet hast, wie oft hast du daran gedacht, was deine Familie oder deine Freunde über deine Einrichtung / deinen Stil sagen würden? Und hast du dich bei der Auswahl der Wohnobjekte davon leiten lassen, was anderen gefällt? Oder war dieser Gedanke schnell verflogen und du hast alles nach deinen eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen eingerichtet? Wie wichtig ist Repräsentation für dich? Oft geschieht es unbewusst, dass wir uns mit unserer Einrichtung an unser Umfeld anpassen um dazuzugehören. Dabei geht unsere eigene Persönlichkeit teilweise unter. Repräsentativität spaltet, je plakativer sie ist, umso mehr Distanz entsteht zwischen denen, die sie zum Ausdruck bringen und denen, die sie ablehnen.  Je höher das Einkommensniveau umso größer ist ihr Ausdruck. Dazu bediene ich mich einer Passage aus dem Heft „Psychologie heute compact“ Heft 66, weil diese Passage nicht nur den Kern des Themas unglaublich widergibt, sondern auch sprachlich eine Freude ist: „Im starken Gegensatz dazu die extravertierte Inszenierung von cooler Technik, Stahl und Glas im Milieu der „Performer“. Das Selbstverständnis als Avantgarde drückt sich in einem durchgestylten Modernismus aus, der jede Annäherung an kleinbürgerliche Muster vermeidet. …Ihr Hang zur Repräsentation dokumentiert sich in Häusern, sich geradezu programmatisch absetzten von denen der Nachbarschaft.“ Auf jeden Fall kann es spannend sein, sich gedanklich auf die Frage einzulassen, was deine Wohnung aussagt. Ist es das, was du wirklich bin oder gar warst. Ein Experiment kann sein, seine Freunde zu befragen, wie sie deine Wohnräume sehen und empfinden. Ich habe über meine ehemaligen Wohnorte schon einige Aussagen gehört, von „Aha interessant“, „Das bist voll du“ bis „Das ist aber sehr gemütlich“. Und jedes Mal fand ich mich darin wieder. Weißt du, was deine Wohnung aussagt? Wohne achtsam Deine Swetlana

Was sind deine Komfortzonen?

Was sind deine Komfortzonen

Wir sind beim vorletzten Wohnbedürfnis meiner Reihe „Kennst du deine Wohnbedürfnisse angekommen“. Das Bedürfnis nach Komfort oder wenn wir uns auch hier eine Definition bedienen „auf technisch ausgereiften Einrichtungen beruhende Bequemlichkeiten, Annehmlichkeiten; einen bestimmten Luxus bietende Ausstattung…“ ist in jedem von uns verankert und auch sehr unterschiedlich ausgeprägt.

In unserer westlichen wohlstandsgeprägten Gesellschaft hat sich das Spektrum der Bequemlichkeit in unglaubliche Höhen entwickelt. Wir müssen kaum noch aufstehen, denn fast alles lässt sich mit der Fernbedienung oder per Stimme regulieren. Die Apps machen es uns möglich die Heizung vom Büro aus einzuschalten. Eine Maschine, in der hunderte Rezepte einprogrammiert sind, sagt uns durch einen Piepton was zu tun ist. 

Wir springen oft mit Begeisterung auf diesen Zug auf und merken nicht, was wir dadurch aufgeben oder uns aufbürden. Ein Beispiel aus meinem Leben. Wir haben bei uns im Haus auf jeder Etage einen Saugroboter & Wischroboter. Innerhalb eines Monats ging der eine kaputt und den anderen habe ich an eine Person verliehen, die ihn dringender brauchte als wir. Plötzlich musste ich nicht mehr jeder Woche die Bürsten ausreinigen, die Filter auswaschen und den Wassertank reinigen. Dieses Gefühl von Erleichterung kam ohne, dass ich es erwartet habe. Ich liebe Technik und sah es nicht kommen, dass mir das saugen jede Woche viel weniger ausmacht, als beide Geräte wöchentlich zu warten. Erst da habe ich gemerkt, dass nicht alles, was anfangs nach Komfort und Erleichterung aussieht auch eine wird.

Auch sind es für jeden von uns unterschiedliche Dinge. Für den einen ist es ein bequemer Sessel, für den anderen Fernbedienung fürs Licht. Für die einen sind es Materialen / Stoffe wie bei mir z.B., für die anderen sind es multifunktionale Sachen. Wohnst du nicht alleine, ist es wichtig dem anderen seine Komfortzone zu ermöglichen um Konflikte zu vermeiden.

Welcher Komforttyp bist du?

Wohne achtsam

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Achtest du auf deine Intimitätsgrenzen?

Achtest du auf deine Intimitätsgrenzen?

In einem meiner November Beiträge habe ich den Satz von Susann Camille Saegert „Wohnen ist wohl die intimste Beziehung, die wir mit unserer Umwelt eingehen“ beleuchtet. Dieser Satz ist so unglaublich vielschichtig. Eine Ebene davon ist, dass unser Zuhause der einzig sichere Ort ist, an dem wir unsere Intimität ausleben können und ausleben können müssen. Doch bevor wir in die Tiefe gehen, schauen wir doch mal kurz auf die Bedeutung dieses Wortes bei Wikipedia:

Intimität ist ein Zustand tiefster Vertrautheit. Intimität erfordert eine Intimsphäre – einen persönlichen Bereich, der durch die Anwesenheit ausschließlich bestimmter oder keiner weiteren Personen definiert ist und Außenstehende nicht betrifft.“

Im Verlaufe unseres Lebens durchlaufen wir bestimmte Phasen der Intimität. Als Kleinkinder sind wir immer in Begleitung, als Heranwachsende fangen wir an, die Badezimmertür zu verschließen um unsere Intimität zu wahren. Als Paar öffnen wir diese Tür teilweise wieder. All das muss unser Zuhause und unser Umfeld ermöglichen, damit wir uns positiv entwickeln.

Sind wir als Kinder bei den Eltern großgeworden, die diese Grenzen selbst nicht kannten und somit auch unsere Grenzen nicht respektierten, tragen wir es später in unsere eigenen Beziehungen weiter. Ziehts du heute als Erwachsene deine Badezimmertür zu? Falls nein, weil es dich wirklich nicht stört oder weil du das Gefühl hast deinen Partner, den du liebst dadurch auszugrenzen? Und wenn du hier deine Grenzen nicht wahrst, wahrst du sie vielleicht auch in anderen Bereichen deines Lebens nicht?

Nicht jeder von uns brauchst das gleiche Maß an Intimität. Ich begegne vielen Frauen in der Umkleide meines Fitnessstudios, die wie Gott sie schuf in die Dusche laufen. Ich dagegen ziehe mich bereits zu Hause um und dusche ebenfalls Zuhause. Es ist gut zu wissen, wo die eigenen Wohlfühlgrenzen sind. Dauerhaft seine intime Schutzzone zu verlassen schadet uns.

Wohne achtsam

Achtest du auf deine Intimitätsgrenzen?

Deine Swetlana

Zuhause unser Ort der Kommunikation

Zuhause als Ort der Kommunikation

Womöglich nirgendwo sonst lassen sich Gespräche leichter, gemütlicher und länger führen als Zuhause. Zuhause als unser Ort der Kommunikation: es ist unser privater Ort, hier können wir sowohl die Alltäglichkeiten austauschen als auch Konfliktgespräche geschützt führen.

Wir Menschen sind soziale Wesen und ein Austausch mit anderen Menschen ist die Basis unserer Existenz. Zuhause begegnen wir unseren Liebsten und unseren Freunden. Doch wie viele von uns haben schon mal darüber nachgedacht, ob unsere Einrichtung die Kommunikation fördert oder eher einschränkt? Bei diesem Thema kommt mit immer das Bild eines Paares, das am jeweiligen Tischende eines fünf Meter langen Esstisches sitzt und sich anschweigt :-).

Doch was können die Störfaktoren sein?

Ist das Licht im Esszimmer zu grell oder ist es schlichtweg zu dunkel?
Ist die Distanz zwischen den Sitzen aus Grund der Position der Sitze oder der Tischtiefe zu weit und man muss sich beim Gespräch anstrengen?
Hallt es ihm Raum auf Grund zu hoher Decken oder der Materialien?
Sind die Sitze vielleicht unbequem?
Ist deine Einrichtung „kalt“ und fördert eher Distanz als Kommunikation?

Ist im Raum schlechte Luft?

Darüber hinaus sollte dein Zuhause nach Möglichkeit klar definierte Kommunikationsbereiche anbieten, bei den meisten sind es Küche oder Esszimmer. Doch was, wenn dieser Bereiche zwei konträre Funktionen erfüllen und ein Kind z.B. aus Platzgründen seine Hausaufgaben am Esstisch erledigt. Hier sollte darauf geachtet werden, dass es dafür bestimmte Zeiten gibt, wo das Kind ungestört sein kann, sonst sind Konflikte vorprogrammiert?

Hast du durch diesen Beitrag einen Störer entdeckt? Dann schreibe es gerne!

Wohne achtsam

Deine Swetlana

Zuhause als sicherer Hafen

Zuhause als sicherer Hafen

Eins der absolut wichtigsten Grundbedürfnisse von uns Menschen ist das Sicherheitsbedürfnis. Zuhause als sicherer Hafen trifft leider nicht für uns alle zu. Wir verbinden die Sicherheit oft ausschließlich mit unseren vier Wänden, dabei beginnt es schon vor der Haustür.

Hast du schon mal vom Begriff des Wohnumfelds gehört? Zu deinem Zuhause gehören nicht nur die vier Wände die du besitzt oder mietest, dazu gehört auch der Bereich vor deiner Haustür und auch die nahe Umgebung.

Je unsicherer deine nahe Umgebung ist, umso unsicherer wirst du dich zuhause fühlen.

Traust du dich um Mitternacht alleine nach Hause zu laufen?

Ist die Eingangstür deines Hauses gut beleuchtet?

Fühlst du dich im dunklen unwohl, wenn du länger nach deinen Schlüsseln suchen musst?

Meidest du die Tiefgarage deines Mehrfamilienhauses in den späten Abendstunden?

Fühlst du dich im Treppenhaus deines Mehrfamilienhauses sicher?

Wie fühlst du dich, wenn dein Wohnzimmer bodentiefe Fenster hast, du im Erdgeschoss wohnst und nur zwei Meter weiter eine öffentliche Straße langgeht?

So viele mögliche Fragen. Ist die Antwort auf eine der Fragen Nein, so hast du einen Bereich entdeckt, der dir Unsicherheit vermittelt und das immer wieder.

Die Unsicherheit führt mittel bis langfristig dazu, dass wir uns auf der einen Seite anpassen und vielleicht nicht mehr ausgehen oder auch immer mehr in unsere vier Wände zurückziehen und somit Ketten an uns selbst, unser Verhalten und mehr Schlösser an unsere Haustür hängen.

🗝Es ist daher unwahrscheinlich wichtig sich solche Fragen zu stellen, wenn man ein Haus/Wohnung kauft oder mietet. Denn jede kleine Unsicherheit macht was mit dir. Je mehr du dir dessen bewusst bist, umso besser kannst du diese minimieren.

Wohne achtsam

Deine Swetlana

Kennst du deine Wohnbedürfnisse?

Wohnbedürfnisse

Du hast bestimmt schon von der Maslowschen Bedürfnispyramide gehört. Abraham Maslow, ein US-amerikanischer Psychologe, hatte sich mit der Psychologie seelischer Gesundheit und der menschlichen Selbstverwirklichung befasst und eine Bedürfnispyramide entwickelt. Darin hat er sechs hierarchisch angeordnete Bedürfnisse definiert:

– Physiologische Bedürfnisse
– Sicherheitsbedürfnisse
– Soziale Bedürfnisse
– Individualbedürfnisse
– Selbstverwirklichung

All diese Bedürfnisse werden auch auf bestimmte Art und Weise durch unsere Wohnräume befriedigt. Unser Zuhause soll uns Schutz bieten, es ist ein Ort wo Familien und Freunde zusammenkommen und sich austauschen.
Wir können darin unseren Hobbys und Interessen nachgehen. Wir können durch den persönlichen Wohnraum unseren Status definieren. 

Wohnpsychologisch lassen sich die Bedürfnisse in fünf Kategorien einteilen:
Sicherheit
Kommunikation
Intimsphäre
Komfort
Repräsentation

In meinen nachfolgenden Beiträgen werden ich einzeln auf die o.g. Bedürfnisse eingehen.

In unserer westlichen Welt ist die Grundversorgung weitgehend gesichert. Je besser und länger die Grundbedürfnisse gestillt sind, umso stärker nehmen wir unserer kognitiven oder ästhetischen Bedürfnisse wahr. 

Antje Flade bringt es gut auf den Punkt, in dem sie sagt, dass das Bedürfnis nach Ästhetik und Schönheit allgemein unterschätzt wird, weil wir dieses mit Oberflächlichkeit verbinden. Dabei erfüllt es eine ganz wichtige Funktion. Denn schöne/ästhetische Dinge/Räume bewegen uns dazu sie besser zu pflegen, behutsamer mit ihnen umzugehen. Es bringt uns dazu die Sachen im besseren Zustand zu erhalten. Es gibt Studien, die belegen, dass schöne Plätze weniger von Randalierern aufgesucht werden.

Kennst du deine Wohnbedürfnisse? Falls du Lust hast sie herauszufinden, würde ich mich über eine Nachricht freuen!

Lebe und liebe DEIN ZUHAUSE

Deine Swetlana

Erkenne dich selbst

Erkenne dich selbst

Anknüpfend an meinen letzten Beitrag bediene ich mich heute einer Passage aus dem Heft „Psychologie heute compact“ und hoffe, dass du darin für dich etwas mitnehmen kannst.

Der Psychiater James Yandell leitet aus der bewussten Gestaltung der eigenen vier Wände den Prozess der Selbsterkenntnis ab: „Wir schaffen unsere unmittelbare Umgebung, betrachten sie und werden von ihr beeinflusst. Wie werden in ihr gespiegelt, sehen, was bisher nicht sichtbar war, und integrieren diese Spiegelungen in unsere Selbstwahrnehmung.“

„Tatsächlich können diese Speigelungen interessante Nachrichten enthalten – nicht nur für andere, auch für uns selbst: wenn wir auf einmal aus einer Alltagstrance aufwachen, unsere Lebenswelt anschauen und sehen, was in den vergangenen Wochen und Monaten liegengeblieben ist, was dringend repariert werden müsste, was wir schon längst nicht mehr leiden können, aber aus Routine oder Achtlosigkeit an seinem Platz gelassen haben. Warum fühlen wir  uns in einer Wohnung, die jahrelang umsorgend war, auf einmal bedrängt? Was hat dieser Zustand mit unserer aktuellen physischen und psychischen Verfassung zu tun? Steht eine grundlegende Renovierung an? Oder gar ein Umzug? Im Zwiegespräch mit dem Raum bekommen wir Antworten?

So wie Laura Malina Seiler uns oft liebevoll zu einem inneren Self-Check-In einlädt so lohnt sich ein bewusster Check-In in unserem Zuhause.

Was sagst du dazu? Teile deine Gedanken gerne, ich freue mich darauf.

Lebe und liebeDEIN ZUHAUSE

Deine Swetlana

Wie du ins Handeln kommt um dein ZUHAUSE zu erschaffen

Zuhause zu erschaffen

Unser aller Leben ist voll, voll mit Dingen, die wir gerne tun und auch mit Dingen, die wir tun müssen. Bei vielen bei uns kommen die eigenen vier Wände ein Paar Jahre nach dem Umzug einfach zu kurz. Wir entwickeln uns weiter, doch unsere Einrichtung bleibt die Gleiche und es passt alles nicht mehr zusammen.

Wer meine Beiträge schon länger liest, weiß wie wichtig unsere vier Wände für unsere Psyche sind. Dieser Beitrag ist für diejenigen unter euch, die erkannt haben, dass es besser wäre ins Handeln zu kommen und etwas für sich zu tun, in dem man sich ein Ort der Geborgenheit erschafft.

Doch wie kommt man ins Handeln, um sein Zuhause zu erschaffen, wenn der Alltag ehe schon zu voll ist.

Eine der Möglichkeiten ist sich zu fragen, was sind deine größten Motivationstrigger.

Sind Lifestyle-Bilder dein größter Motivator? Bei mir z.B. ist es definitiv so. Hat sich ein Bild in meinem Kopf eingebrannt, lässt es mich kaum los und ich tue einiges um diese Vorstellung in meinem Leben zu verwirklichen.

Ist dein Trigger der Schmerz/die Sackgasse? Bist du bisher ins Handeln gekommen, wenn es nicht mehr weiter ging und du oder jemand aus deinem Umfeld für dich eine Entscheidung gefehlt hat? Dann kannst du dich fragen, wann ist dieser Punkt erreicht, dass du schlechte Wohnverhältnisse nicht mehr in Kauf nehmen wills. Es könnte noch lange dauern oder du versuchst den Weg abzukürzen und es gar nicht so weit kommen lassen.

Könnte es die Neugier sein? Die Neugier an dem was dabei herauskommen kann? Die Neugier an dem Prozess selbst? Oder die Neugier an neuen Dingen?

Oder kommt deine Motivation aus der Kreativität? Während ich das hier schreibe, höre ich eure Stimmen, die sagen, ich bin nicht kreativ. Das habe ich schon so oft gehört und erfahren dürfen, dass es meist nicht stimmt. Jeder von uns kann kreativ sein, viele verharren bloß in diesem Denken oder haben es einfach noch nie ausprobiert. Schaue auf ein Thema was du gerne machst und frag dich, was du darin erschaffst? Und wie lässt sich dieses Kreativsein nutzen um aus deinen vier Wänden ein Zuhause zu machen.

Wie findest du heraus, was deine Trigger sind? In dem du dir die Situationen anschaust, wo du ins Handeln gekommen bist und dich fragst was den Ausschlag dazu gegeben hat. 

Ich wünsche dir viel Spaß und Freude dabei und falls du einen Austauschpartner brauchst,  schreibe hier in den Chat oder schicke mir eine persönliche Nachricht. Und fang stets klein an, um nicht in die Überforderung zu kommen.

Und bitte denke dran, es muss leicht sein. Fühlst sich das schwer an, ist es eventuell nicht die richtige „Tür“. Stell dir weiterhin Fragen und irgendwann taucht die Antwort auf. Bleib offen und neugierig.

Eine „schönere“ Wohnung deinen Bedürfnissen entsprechend wird dir innerlich ein Upgrade geben, das garantiere ich dir. Am meisten, wenn du selbst in die Umsetzung gehst und Zeit sowie Gedanken darein investiert.

Lebe und liebeDEIN ZUHAUSE

Deine Swetlana